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Bis zum letzten Platz war der Saal in Großheubach gefüllt. Die von KAB und Kolping organisierte Diskussion mit Landtagskandidat:innen des Wahlkreises Miltenberg nutzten 130 Wähler:innen offenbar zu ihrer Meinungsbildung vor der Wahl. Das war auch gut möglich, denn die fünf Personen auf dem Podium ließen in ihren Antworten unterschiedliche Positionen und Lösungswege für gesellschaftliche Probleme erkennen.

Neulich im Bus: Zwei ältere Damen wollen einen Ausflug nach Frankfurt machen und fragen nach dem Deutschlandticket. „Das können Sie bei mir nicht kaufen, das geht nur im Internet“, so die Antwort des Busfahrers. Ich sage zu den Damen: „Kaufen sie sich ein Ticket nach Aschaffenburg, dort kann man das Ticket am Bahnschalter kaufen, das stand in der Zeitung.“ Gemacht getan und natürlich gehe ich mit zum Bahnschalter, damit das alles klappt. Tatsächlich ist der Erwerb dort am Schalter möglich, „allerdings“, so die Beraterin, „brauchen sie dazu ein Smartphone und eine E-Mail-Adresse, das Ticket kann nicht ausgedruckt werden.“ Eine der beiden Damen hatte kein Smartphone und die andere hat die E-Mail abgestellt, weil sie „gehackt“ wurde. Das ist dann auch schon das Ende der Geschichte und daran zeigt, wie schnell es gehen kann, dass sich ein digitaler Graben zwischen Bürgerinnen und Bürgern auftut. Die Damen kauften ein reguläres Ticket und werden im Monat insgesamt deutlich mehr für Bus und Bahn ausgeben als alle Besitzer eines Deutschlandtickets.

Mit Blick auf die Landtagswahlen bereiten Projektgruppen von "KAB sozial & gerecht" aktuelle Themen auf, um sie mit Direktkandidaten unterschiedlicher Parteien im Vorfeld der Wahl zu diskutieren. Den Beteiligten ist es wichtig einerseits landespolitische Themen aus Sicht von Bürgerinnen und Bürgern anzusprechen. Zum anderen sollen die Themen mit einer Auswahl demokratischer Parteien im Rahmen von öffentlichen Veranstaltungen kontrovers diskutiert werden.

Wir leben internationale Solidarität

Am 30. Juli ist der Internationale Tag der Freundschaft. Der Gedenktag erinnert an die Bedeutung der Freundschaft zwischen Personen, Ländern und Kulturen. Die Partner KAB Würzburg und Vuwawa Mbinga (Tansania / Ostafrika) stellen sich den dringenden Fragen der Einen Welt. Nach dem Besuch einer deutschen Gruppe in Mbinga2022 soll im nächsten Jahr 2024 ein Gegenbesuch in Deutschland folgen. Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen sich daran zu beteiligen oder anlässlich des Gedenktages zu spenden.

Auf dem Bayerischen Ehrenamtskongress betonte die populäre Motivationsforscherin Tatjana Schnell (Oslo), dass Glückserfahrungen erst durch die Ausübung von sinnvollen Tätigkeiten in unser Leben kommen: „Glück entsteht nicht durch die Suche nach dem Glück, sondern durch das Erleben von Sinn.“ In dieser Sichtweise kann Engagement und Ehrenamt ein stabilisierender Faktor sein, um in einer sich schnell wandelnden Zeit erfüllt zu leben.

Was wäre wenn … eine bunte Mischung von Bürgerinnen und Bürgern, zu persönlich wichtigen Themen, gemeinschaftlich aktiv werden? Das ist die Idee der „Open-Sozial – Plattform für soziales Engagement im Landkreis Miltenberg“ und genau so soll es auch in Zukunft sein. In einem Entwicklungs-Workshop haben 10 Teilnehmende der ersten „Open-Sozial“ im Jahr 2021 die Umsetzung bewertet und Impulse für eine Neuauflage entwickelt. Die nächste „Open-Sozial“ wird am 22. Oktober 2024 umgesetzt.

Am 1. Mai pflanzten Mitglieder der KAB und der VUWAWA in Mbinga / Tansania Bäume im Rahmen des Partnerschaftstages. So entstand zur gleichen Zeit an weit entfernten Orten ein Zeichen der gemeinsamen Verantwortung in der Welt. Die Partnerorganisationen vereinbarten darüber hinaus einen Partnerschaftsaustauch im Juni 2024 in Deutschland. Im Rahmen der Aktion wurden dazu weiterführende Ideen ausgetauscht.

Die Initiative "Deutscher Demografie Preis" hat die "Open-Sozial - Plattform für soziales Engagement im Landkreis Miltenberg" in der Kategorie "Soziale Sicherheit mit Zukunft" zur Preisvergabe nominiert. Damit wird dieses Projekt in seinem Potential gewürdigt, Menschen für Engagement und Ehrenamt zu gewinnen. Besonders hervorgehoben wurde der innovative Ansatz, gemeinsam mit den Bürgermeistern der Region eine Zufallsauswahl von Bürgerinnen und Bürgern anzusprechen und damit neue Beteiligung zu ermöglichen. Wir danken Christine Becker für den wertvollen Hinweis. Hier die Pressemeldung im Wortlaut:

Über die dramatische Situation der Pflege im Landkreis Miltenberg hat sich die Themengruppe Pflege der KAB-Initiative „sozial & gerecht“ mit Alica Bachmann, Geschäftsstellenleiterin der Gesundheitsregion plus, und Michael Wildemann, Leiter der Beratungsstelle für Senioren und pflegende Angehörige im Landkreis ausgetauscht. In der Analyse waren sich die Beteiligten einig: Es tun sich Besorgnis erregende Lücken in Pflegeeinrichtungen auf, die sich durch zunehmenden Fachkräftemangel bei gleichzeitiger Erhöhung des Bedarfs massiv verstärken werden. Zwar gibt es genug Betten, aber zu wenig Personal.

Auswertungskonferenz von Vereinen im Modellprojekt von KAB sozial & gerecht

Sechs Vereine aus dem Landkreis Miltenberg haben im Rahmen einer „Auswertungskonferenz“ ihre Erfahrungen mit einem individuellen Vorstands-Coaching ausgetauscht. Das Modellprojekt zur Unterstützung der Vereinsarbeit wurde von einer Projektgruppe der „Open-Sozial – Plattform für soziales Engagement“ initiiert.

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